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Antworten

Die 35 wichtigsten Fragen im Vorstellungsgespräch, mit denen Sie sich vorab auseinandersetzen sollten, und wissen, was Sie hierzu sagen wollen. Dabei geht es nicht darum, Antworten auswendig abzuspulen, sondern – halbwegs authentisch, vor allem aber überzeugend – Auskunft geben zu können. Vorbereitung ist dafür aber absolut notwendig.

1.    Erzählen Sie uns etwas über sich – wir wollen Sie kennenlernen, was sollten wir wissen?

Nicht einfach ohne Vorbereitung wirklich wichtige Dinge über sich einer fremden Person quasi aus dem Stand mitzuteilen. Die Orientierung an KLP (Kompetenz, Leistungsmotivation und Persönlichkeit) ist ein guter und hilfreicher Leitfaden. Und genauso wichtig ist die Vorbereitung.

2.    Warum bewerben Sie sich bei uns?/Warum bewerben Sie sich für diese Ausbildung?

Darauf wissen Sie hoffentlich gut zu antworten! Sie haben sich bei der Vorbereitung auf die Berufswahl ausgiebig mit dem Thema beschäftigt. Bitte nennen Sie konkrete Beispiele, wie Sie sich vorbereitet und über den Ausbildungsbetrieb informiert haben (Beispiel Internetseite). Vor allem aber haben Sie mit Gott und der Welt gesprochen und sich verschiedenste Meinungen/Einschätzungen angehört.

3.    Warum sollten wir uns für Sie entscheiden?

Welche Argumente sprechen speziell für Sie als eine der besten Ausbildungskandidaten? Stichworte: Motivation, Vorkenntnisse, aber auch allgemeine Charaktereigenschaften, die zu dem angestrebten Beruf gut passen.

4.    Was spricht für, was gegen Sie?

*Schluck* ... erst einmal die Pro-Argumente (mindestens 5! Siehe Frage bzw. Antwort Nr. 3) und dann ein bisschen zögern und erst mal nichts antworten und warten. Dann wenn unbedingt erforderlich – vielleicht sehr zögerlich – maximal 1 bis 3 ganz langsam vortragen, die aber nicht wirklich Ihren Ausbildungswunsch zunichtemachen. Die also nicht so stark gegen Sie sprechen (Beispiel für einen angehenden Kochazubi: Ich bin kein wirklicher Computerfreak, ich lese lieber in richtigen Kochbüchern. Ich bin technisch nicht so sehr begabt.).

5.    Wie haben Sie sich auf die Bewerbung und das Gespräch heute vorbereitet?

Ja, ich habe mich vorbereitet! Geben Sie zunächst diese Erklärung ab und sprechen Sie erst dann vom Wie. Durch das Lesen von Infos aus dem Internet und durch den Besuch beim BIZ, durch Bücher und Gespräche mit Mitschülern, Lehrern, Eltern, Verwandten.

6.    Was ist Ihnen aufgefallen, Sie haben sich doch sicherlich unseren Internetauftritt angeschaut?

Aber klar doch! Und jetzt aber nicht gleich alles kritisieren ...

7.    Welche Vor- und Nachteile sehen Sie bei dieser Ausbildung und später in diesem Beruf/dieser Branche?

Auch mit diesen Themen haben Sie sich länger auseinandergesetzt und wissen jetzt etwas zu benennen. Bei den Nachteilen werden Sie sicher gefragt, wie Sie dazu stehen und damit umgehen wollen. Das müssen Sie gleich mit bedenken, denn diese Frage schließt sich bestimmt an.

8.    Kennen Sie jemanden, der bei uns die Ausbildung macht oder bei uns arbeitet? Erzählen Sie mal ...

Gut, wenn ja. Wenn nicht, auch nicht schlimm. Aber überlegen Sie, was Sie jetzt Ihrem Gegenüber erzählen, wenn es darum geht, was Ihnen über die Ausbildung und den Betrieb berichtet wurde.

9.    Wo haben Sie sich noch beworben, welche Ausbildung käme auch noch für Sie infrage?

Vorsicht bei dem, was Sie jetzt sagen. Nirgendwo anders geht, aber ist das glaubwürdig? Ja, wenn Sie vielleicht zur Polizei wollen. Aber wenn Sie im Verkauf arbeiten möchten, ist es eher unrealistisch. In jedem Fall werden Sie sich erklären (bis rechtfertigen) müssen. Gut, das Sie jetzt Bescheid wissen.

10.    Was täten Sie, wenn Sie ganz unabhängig vom Geld, von den Rahmenbedingungen, Bildungsabschlüssen und anderen Voraussetzungen wären? [Würden Sie sich am liebsten als Präsident/-in (König/-in) sehen oder lieber im Tierschutz engagieren?]

Mit dem, was Sie jetzt erzählen, geben Sie einen tiefen Einblick in Ihre Welt – das muss nicht schlimm sein, aber sollte doch gut überlegt werden.

11.    Wie sind Sie bisher mit Lehrern, Mitschülern und anderen Menschen in Ihrer Umgebung ausgekommen?

Zuerst in jedem Fall: gut! Auf Nachfrage dürfen Sie schon auch von Problemen und Auseinandersetzungen berichten, aber nicht wie ein Wasserfall! Das, was Sie hier an Negativem erwähnen, fällt auf Sie zurück! Bloß nichts von Mobbingattacken, Ungerechtigkeiten usw. erzählen. Das wäre hier der völlig falsche Ort und Moment.

12.    Schildern Sie uns einmal, wie Sie bei Ihrer Berufswahl vorgegangen sind.

Diese Frage soll zeigen, ob alles eher zufällig oder geplant in Ihrem Leben passiert (siehe auch Frage/Antwort 5).

13.    Was sagen andere Personen (Eltern, Verwandte, Geschwister, Freunde, Lehrer, Mitschüler, Bekannte) zu Ihrem beruflichen Ausbildungsvorhaben, zu Ihren Plänen?

Die finden Ihre Wahl gut und freuen sich mit Ihnen, wenn es jetzt klappt! Auch wenn das vielleicht nicht ganz stimmen sollte – was macht es für einen Eindruck, wenn Sie erzählen, Ihr großer Bruder hält Ihren Berufswunsch für idiotisch oder Ihr Lehrer traut Ihnen diese Ausbildung gar nicht zu.

14.    Wer hat Ihnen geholfen, wer hat Sie bei der Berufswahl unterstützt?

Hoffentlich viele Personen – überlegen Sie mal, wen Sie benennen. Die ersten drei sind immer besonders interessant.

15.    Was erwarten Sie für sich/von uns/der Ausbildung und später dem Beruf?

Gute Frage, wo fängt man da an? Also eine Tätigkeit, die Ihnen Spaß macht, in der Sie auch Erfolge haben, anderen helfen können, etwas Sinnvolles machen, Ihr Geld verdienen usw. Wenn man jetzt darüber nachdenkt, ist die Antwort später nicht so schwer, wenn aber nicht …

16.    Was sind Ihre persönlichen Stärken, was Ihre Schwächen?

Damit haben Sie sich hoffentlich schon beschäftigt und müssen sich jetzt nur noch überlegen, was Sie im Vorstellungsgespräch dazu sagen wollen und was nicht. Ihr gutes Recht!

17.    Worauf sind Sie stolz und was möchten Sie bald ändern …?

Zeit, darüber nachzudenken und sich ein paar Sätze für die Antwort zurechtzulegen, die zu Ihrer Berufswahl passen und Ihr Vorhaben nicht torpedieren.

18.    Was sind Ihre leistungsstarken und was Ihre schwachen Schulfächer und woran liegt das?

Gut, jetzt darüber nachzudenken und sich etwas zurechtzulegen! In jedem Fall bloß nicht die Schuld auf den Lehrer schieben. Das kommt immer sehr schlecht an, selbst wenn es so gewesen wäre.

19.    Was kann Sie so richtig „auf die Palme bringen“, nerven?

Da fällt Ihnen bestimmt sofort etwas ein. Nur, ist das auch der richtige Erzählstoff in einer Vorstellungsgesprächssituation? Überlegen Sie gut.

20.    Zum Stichwort nerven: Was ärgert Sie an den „Erwachsenen“, z. B. Ihren Eltern, Geschwistern, Verwandten, Lehrern, Mitschülern?

Vorsicht, nicht zu viel und zu sehr ins Detail gehen. Wer hier viel zu berichten weiß, kommt nicht sympathisch rüber. Darauf kommt es aber auch an: Wie schwierig sind Sie im Umgang mit anderen Personen?

21.    Was möchten Sie in 3/5/10 Jahren erreicht haben und wo sehen Sie sich realistisch?

Auf Ihrem Posten – mag Ihnen spontan einfallen, aber das würden Sie doch nun wirklich nicht antworten, oder? In jedem Fall zeigt Ihre kluge und durchdachte Antwort, dass Sie ein Mensch der Planung sind, Ziele benennen können und sicher auch eine Portion Ehrgeiz haben. Solche Kandidaten hat man gerne im Betrieb und bildet man aus.

22.    Wie sieht so ein ganz typischer Alltag bei Ihnen aus, was machen Sie so von früh bis spät? Schildern Sie uns z. B., was Sie gestern gemacht haben.

Es geht nicht wirklich um gestern. Aber wenn Sie nun wahrheitsgemäß berichten, Sie hätten auf Tauben im Park geschossen, was meinen Sie selbst, wie kommt das an? Wenn wir Ihnen jetzt empfehlen, dies und jenes zu sagen, würde das den ersten Bewerbern vielleicht noch helfen, dann aber wäre es verbrannt. Also überlegen Sie gut, was Sie berichten wollen. Es prägt Ihr Bild, das man sich von Ihnen macht.

23.    Was machen Sie aktuell gern und was weniger?

Auch wieder eine Frage, deren Beantwortung gut überlegt sein sollte. Was für ein Bild von sich wollen Sie bei Ihrem potenziellen Ausbilder erzeugen, welchen Eindruck hinterlassen?

24.    Was sind rückblickend Ihre besonderen Leistungen bisher gewesen?

Na bitte, überlegen Sie mal, was es da Berichtenswertes gibt. Und sagen Sie bitte nicht: nix!

25.    Was machen Sie in Ihrer Freizeit, womit beschäftigen Sie sich?

Ist doch klar, dass Ihre Antwort das Bild, das man sich von Ihnen macht, ganz wesentlich beeinflusst. Also, treiben Sie Sport? Und logisch – Fechten kommt anders rüber als Angeln. Hören oder machen Sie selbst Musik? Lesen Sie oder sind Sie vor allem im Internet unterwegs? Ach, Sie haben keine Hobbys, hängen einfach nur ab in Ihrer Freizeit …

26.    Welche Fragen haben Sie an uns?

Da dürfen Sie jetzt einen Zettel rausholen und die klugen Fragen, die noch offen sind, vortragen/vorlesen. Wer keine Fragen hat, wirkt leider weniger motiviert. Das wäre doch schade.

27.    Wissen Sie, was Sie bei uns verdienen, und was sagen Sie dazu?

Alles eine Frage der Vorbereitung, die zeigt, wie ernst Sie es meinen und wie ernst man Sie nehmen sollte. Sie jedenfalls wissen Bescheid und können damit leben. Das ist nicht der Moment, um über die Entlohnung zu diskutieren.

28.    Welche Fragen würden Sie sich selbst stellen, wenn Sie hier an unserer Stelle säßen?

Das ist wirklich nicht ganz einfach zu beantworten und sicher gibt es hierfür kein Patentrezept. Also denken Sie jetzt in aller Ruhe darüber nach.

29.    Wie würden Sie bei der Auswahl von Auszubildenden vorgehen?

Wieder so eine Hammerfrage. Überlegen Sie. In jedem Fall ist das hier jetzt nicht der Ort, um seinen Frust loszuwerden und über das unsinnige, ungerechte Auswahlverfahren (Tests etc.) vom Leder zu ziehen.

30.    Wie stellen Sie sich Ihre persönliche Zukunft vor?

Schwärmen Sie jetzt von Ihrer zukünftigen Familie, die Sie mit Ihrem Freund/Ihrer Freundin planen, oder erzählen Sie etwas von der Karriere, die Sie sich erhoffen. Überlegen Sie gut, denn Ihre Ernsthaftigkeit wird daran gemessen, wie und was Sie antworten.

31.    Gibt es bei Ihnen irgendwelche (auch gesundheitliche) Einschränkungen, die diese Ausbildung verkomplizieren könnten?

Sind Sie Arzt/Ärztin, schwerstbehindert oder wollen Sie Stuckateur werden und haben leider nur einen Arm und ein Bein? Ihre Antwort: nein, nicht dass Sie wissen. Sie sind und fühlen sich kerngesund. Wenn es anders sein sollte, wenden Sie sich an Ihren Arzt und besprechen Sie dort das Thema im Vorfeld.

32.    Was machen Sie, wenn wir Ihnen nicht den Ausbildungsplatz anbieten würden?

Gute Frage: Weder stürzen Sie sich hinter den Zug, noch sind Sie heilfroh, weil Ihnen ja wahrscheinlich eine Menge erspart geblieben ist. Also, Sie würden – mal angenommen, es würde nicht klappen – genau nachfragen, warum, um dann in sich zu gehen und zu überlegen, woran es gelegen hat, und sich damit auseinandersetzen und bei einer anderen Bewerbung dies dann besser machen. Das reicht!

33.    Sie sind doch spontan? Beweisen Sie mal. Was wäre eigentlich Ihr Traumberuf? Warum?

Vorsicht: jetzt nicht einfach losplappern und verraten, dass Sie eigentlich lieber Bundeskanzlerin sein wollen, obwohl Sie sich doch gerade als Bürokauffrau bewerben.

34.    Nochmals, was unterscheidet Sie ganz besonders positiv von anderen Bewerbern?

Gratulation, eine ganz wunderbare Vorlage, um nochmals Ihre besten Seiten zu benennen. Bestens vorbereitet sollte Ihre Antwort sein: erstens, zweitens, drittens ... und wenn Sie noch ein Argument haben, warum nicht.

35.    Gibt es Fragen, die Sie vermisst haben, oder welche, die Sie befürchteten oder die Sie verunsichern würden?

Nein, wirklich nicht. „Und Sie?“, könnten Sie Ihr Gegenüber fragen und treuherzig anschauen.